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Mein persönlicher Erfahrungsbericht zu Startpage

 

Seit nunmehr 3 Monaten benutze ich statt Google die anonyme Suchmaschine Startpage. Was sich dadurch an meinem Leben verändert hat: Nichts. Aber mein Suchverhalten sieht heute anders aus…

Als ich noch viel gegoogelt habe

Als ich noch viel gegoogelt habe, war ich doch relativ zufrieden, mit dem, was mir die Suchmaschine an Ergebnissen geliefert hatte. Mit nur wenigen Suchbegriffen wurden mir viele interessante Seiten angezeigt, die meistens recht genau meinen Vorstellungen des Gesuchten entsprachen. Ich bekam haufenweise ortsbezogene Hinweise zu Wetter, Verkehr oder Angeboten.

 

Billige Gangsterrapper meiner Stadt

Und dann fing es an zu nerven. Meine Stadt hier, meine Stadt da, Zalando schickt in meine Stadt, Amazon schickt in meine Stadt und so weiter. Bei der Bildsuche erschienen Bilder von fremden Leuten aus meiner Stadt und selbst auf Youtube wurden mir billige Gangsterrapper meiner Stadt präsentiert.
Ich beschloss Google zu testen: In der Bildsuche hämmerte ich wahllos Buchstabenkombinationen ins Suchfeld und siehe da: Durch den Suchbegriff „alkdjfh“ wurden mir Bilder irgendwelcher Leute aus meiner Stadt angezeigt. Ich klickte mich ein bisschen durch die Ergebnisse und verblieb auf manchen Fotoportalen etwas länger. So stieß ich auf die Seite „vine.com“, auf der kurze Videoclips gepostet werden. Nachdem ich Vine ein wenig erkundet hatte, ging ich zurück zur Google Bildsuche. Und was geschah: Auf „kjdbfg“ folgten haufenweise Suchergebnisse aus meiner Stadt und von Vine! Damit war Google bei mir unten durch und ich begab mich auf die Suche nach Alternativen.

 

Im Fernsehen hörte ich von Startpage

Zunächst befragte ich natürlich Google, aber irgendwie wollte mir zu der Zeit niemand sagen, was es noch für Suchmaschinen gab. Zumindest lieferte mir Google keine Antworten, da ich wahrscheinlich nie auf den betreffenden Seiten war, die sich mit solchen Szene-Tipps brüsten. Im Fernsehen hörte ich dann aber von Startpage. Zuerst durchstöberte ich die Seite nach Hinweisen zum Datenschutz und würde schnell fündig. Startpage nimmt sich den Schutz der Persönlichkeit sehr zu Herzen. Das war schon mal ein gutes Zeichen.
Dann stellte ich die Seite als Standardsuche in meinem Browser ein, damit ich ihr kompromisslos ausgeliefert war. Zu Beginn switchte ich noch ab und an zu Google, um zu sehen, wer mir die besseren Ergebnisse liefern würde. Auch wenn ich bei Google das Gefühl hatte, die Suche würde mich näher an den Puls der Zeit bringen und mir aktuelle Trends und News auf dem Silbertablett präsentieren, blieb ich bei Startpage.

 

Wie zu den Anfängen des World Wide Webs

Der Grund war recht simpel: Ich konnte wieder suchen! Es ist ein bisschen so, wie zu den Anfängen des World Wide Webs, als man noch keine Personalisierungsfunktionen kannte und auch noch mehr Misstrauen solchen Dingen gegenüber hatte… Startpage greift zwar auf die Suchengine von Google zurück, liefert aber eben nur das kalte Gerüst, welches ohne Rücksicht auf meine Gefühle und Vorlieben alles auswirft, was es findet. Manchmal ist mein Favorit garnicht auf der ersten Seite, sondern irgendwo weiter hinten, aber gefunden habe ich immernoch alles, was ich suchte. Denn schließlich wird das Angebot nicht verkleinert, es fehlen nur die vielen Filter, die Google sonst zwischen mir und dem Web schaltet.
Allerdings schaltet Startpage sehr prominente Werbeanzeigen vor und nach den Suchergebnissen auf jeder Seite. Das nervt gewaltig und törnt auch etwas ab.

 

Wieder mehr Neues entdecken

Aber auch Startpage kennt Filter. Intelligente Filter: So kann man direkt neben den Suchergebnissen einstellen, wie alt die gesuchten Inhalte sein sollen. Auf diese Art und Weise erhält man eben nicht mehr die üblichen Verdächtigen, sondern nur neuere Inhalte. Das ist ein bisschen wie ein Nachrichten-Filter, denn natürlich sind Seiten, die regelmäßig posten dann auch ganz vorne dabei. Diese Funktion hilft ungemein und hat mich schon auf so manch neue und interessante Dinge gebracht. Sowieso bekomme ich das Gefühl nicht los, dass ich wieder mehr Neues entdecken kann.
Und die Bildsuche von Startpage zeigt mir nicht mehr unzählige Vines pickeliger US-Teenager. Leider zeigt die Bildsuche aber auch sonst nicht viel an, denn hier wird nicht auf Google zurück gegriffen. Da muss Startpage auf jeden Fall noch etwas verbessern.

 

Fazit:

Ich fahre gut mit Startpage und kann die Suchmaschine bedenkenlos empfehlen. Aber es wäre töricht, wenn ich mich jetzt auf die Seite festlegen würde, denn es gibt noch mehr Alternativen. Ich bin gespannt auf Qwant.com, eine französiche Suchmaschine, die ziemlich viele Infos liefern kann.

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