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Mein persönlicher Testbericht zur anonymen Suchmaschine Qwant

 

Ich bin ja immer offen für Neues. Und davon bietet Qwant sehr viel. Nachdem ich in den letzten Tagen nur noch mit der anonymen Suchmaschine gesucht habe, liefere ich euch nun meinen Erfahrungsbericht…

Suchmaschine und soziales Netzwerk

Bereits die Startseite bietet ein paar Extras, die eigentlich ganz nett sind: Unter der Suchleiste befinden sich Bilder von angesagten Seiten, Nachrichten, Youtube-Channels und mehr. Die Anordnung der Bilder erinnert mich ein bisschen an das Kachel-Layout von Windows 8. Aber das zeigt nur, wie erfolgreich Microsoft mit seinem Layout einen Platz in meinem Kopf geschaffen hat.

Am oberen Browserrand befinden sich mehrere Optionen für eine spezialisierte Suche nach Medien oder auch Personen. Und dann gibt es noch einen Reiter, der sich „Notizbücher“ nennt und sowas wie themenbezogene Communities darstellt. Diesen kann man folgen, indem man sich bei Qwant anmeldet und dem sozialen Netzwerk der Suchmaschine beitritt. Ganz interessant ist die Möglichkeit, eine Community mit Hilfe eines HTML-Codes auf der eigenen Homepage zu plazieren. Bei der Community selbst habe ich mich nicht angemeldet. Schließlich will ich ja nur suchen.

Wenden wir uns nun also der Hauptfunktion – also der Suche – zu. Eine Autovervollständigung, wie wir sie von Google kennen, begleitet meine Eingabe und erleichtert die zielgerichtete Suche. Ich schicke den Suchauftrag los und plötzlich zeigt Qwant sein wahres Gesicht…

 

Vier winzige Spalten

Die Suchergebnisse werden auf vier engen Spalten präsentiert. Eine Spalte für das ungefilterte Netz, eine Spalte für Nachrichtenmeldungen, eine Spalte für soziale Medien und eine Spalte mit Einkaufstipps. Die Idee der Filterung nach solchen Kategorien ist eigentlich ganz okay, aber will ich das? Sorry, aber nein, ich will das nicht. Zumindest nicht immer und hier ist das Problem: Die Spalten lassen sich nicht ausschalten oder in der Größe verändern. Ich bekomme immer diese Ansicht zu sehen, muss mich am linken Rand durch die Suchergebnisse quälen und den Rest so gut es geht ignorieren.

Besonders dämlich ist diese Aufteilung, wenn es weder Nachrichten, noch soziale Beiträge oder Online-Shops zu meinem Suchbegriff gibt. Dann bleiben diese Spalten einfach leer, blockieren aber dennoch den verschwendeten Platz. Da hilft es auch nicht, dass man statt Spalten, Reihen oder wild angeordnete Kacheln anzeigen lassen kann. Wenn Qwant dieses Manko nicht in den Griff bekommt, sehe ich auf Dauer schwarz für die Suchmaschine.

Ansonsten bin ich mit den Ergebnissen recht zufrieden. Ich glaube gelesen zu haben, dass Qwant die Suchengine von Yahoo mitbenutzt. Leider kann ich das nicht offiziell belegen. Weiß da jemand mehr?

 

Anonym? Oder nur verschlüsselt?

So wie ich das sehe, ist Qwant nicht wirklich eine anonyme Suchmaschine. Sie lässt zwar die verschlüsselte Suche zu und bietet die Option, Cookies und Tracker abzuschalten. Wer dies aber nicht selbst jedes Mal aufs Neue (kein Cookie, kein Gedächtnis) auswählen will, wird sich schnell von Qwant verabschieden. Außerdem werden in der Notizbuch-Community alle Mitglieder angezeigt, ohn dass man sich anmelden muss. Das hat mich schon bei MySpace geärgert, weil es durchaus Einblicke in Meta-Daten der Benutzer zulässt.

 

Fazit: Qwant bietet gute Suchergebnisse, aber das wars dann auch schon wieder. Die Optik ist überladen und ganz besonders die vier Spalten sind extrem störend. Ich kann die Suchmaschine leider nicht empfehlen. Ich denke, ich bleibe bei Startpage. < Zum Startpage Erfahrungsbericht >

3 Comments

  • IT-Blogger commented on 16. Juni 2014

    Also ich bin ebenfalls jemand der immer offen für neue Websites und Tools ist, und dem die „kleinen“ auch sehr sympatisch sind.
    Aber als Suchmaschine kommt für mich nur Google in Frage. In Sachen Suchgenauigkeit ist Google der Konkurrenz einfach um Jahre voraus.

  • Thomas commented on 18. Juni 2014

    Mein Einwand lautet einfach, man muss die „kleinen“ lernen lassen. Dazu müssen sie keine persönlichen Daten anhäufen, um gute Ergebnisse zu liefern. Genau das macht Google so unbrauchbar und deshalb sind Alternativen zu bevorzugen.

  • Sebastian commented on 7. August 2014

    Einer der häufig übersehenen Vorteile von Google ist die Personalisierung der Suchergebnisse: Meine persönlichen Vorlieben werden automatisch bei der Suche berücksichtigt und so bekomme ich besser passende Treffer. Zumindest ist das mein Eindruck.

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