Easy SEO Tipps - Koolteeth

Tipps für gute Texte mit dem Hamburger Verständlichkeitsmodell

 

Das Hamburger Verständlichkeitsmodell gibt Richtlinien für gute Texte vor. Die sind wichtig, denn einzigartiger und guter Content bindet Leser und steigert den Wert deiner Internetseite…Mehr denn je achten Suchmaschinen auf die Verweildauer der Besucher. Und wenn Du dir mal den Großteil der Blogs anschaust, wirst Du feststellen, dass diese Nachricht noch nicht bei allen Bloggern angekommen zu sein scheint. Bei manchen Blogs vergeht einem schon auf der Startseite die Lust am Lesen.

 

Das Hamburger Verständlichkeitsmodell

Ich zeige Dir deshalb heute das Hamburger Verständlichkeitsmodell von Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tausch und Ingard Langer. Ziel des Modells ist es, die Lesefreundlichkeit zu steigern und Informationen gut aufzubereiten.

Du solltest beim Schreiben auf die folgenden vier Hauptkriterien des Hamburger Verständlichkeitsmodells achten:

  • Einfachheit
  • Gliederung (Struktur)
  • Prägnanz
  • Anreize

 

Einfachheit

Je einfacher dein Text ist, desto lesbarer ist er. Einfachheit fördert Verständlichkeit. So simpel kann man das ausdrücken und genau darum geht es. Kurze und aussagekräftige Wörter, die den Inhalt auf den Punkt bringen, erleichtern die Informationsaufnahme. Erspare Dir blumige Ausdrücke und poetische Phrasen, Fachbegriffe, Amtsdeutsch oder „Denglisch.
Vermeide Sätze, die länger als 20 Worte sind. Laut DPA stellen solche Sätze schon die Obergrenze des Erwünschten dar. Am verständlichsten sind Sätze mit 10 – 15 Wörtern.Verzichte auf verschachtelte Sätze mit vielen Kommas oder komplizierten Satzbauten. Trennbare Verben sollten niemals weit voneinander entfernt stehen. Gleiches gilt für die unverzeiliche Trennung von Artikeln und Substantiven.
Stelle Subjekte an den Anfang deiner Sätze, damit deine Leser sofort wissen, auf wen oder was sich eine Aussage bezieht. Nichts ist langweiliger, als ein Satz, der zuerst das Nebensächliche nennt.
Schreibe deine Sätze stets im Aktiv. Dadurch vermittelst Du nicht nur Nähe, sondern auch Sicherheit im Verständnis. Passivsätze ziehen zudem Kommas nach sich, was Du ja eben vermeiden solltest.

Ein böses Beispiel für die Missachtung dieser Regeln wäre: „Ich habe, nach der für mich viel zu einfachen Schule und dem Studium, geradlinig und stetig, und in Anbetracht der Nietz’schen Selbstverwirklichungstheorie, eine genussvolle, erfahrungsreiche und goldene Ära des Müßiggangs eingeläutet.“. WTF!?

 

Gliederung / Struktur

Struktur und Übersichtlichkeit verhelfen deinen Lesern, Inhalte schnell zu erfassen. Genannt seien sinnvolle Gliederungen mit Hilfe von Überschriften. Dies fordern auch Suchmaschinen, die anhand von Überschriften Tags (<h1> usw) deine Homepage auf Struktur untersuchen.
Absätze lockern nicht nur das Schriftbild auf, sie gliedern auch deine Thesen und Argumente. Achte darauf, schon zu Beginn des Absatzes auf den jeweiligen Inhalt hinzuweisen. So sieht dein Leser auf den ersten Blick, ob es sich lohnt, den Absatz vollständig zu erfassen. Die Länge dieser Textblöcke sollte nicht mehr als 6 Zeilen umfassen, da sie sonst erdrückend wirken könnten. Zu „luftig“ sollte es aber auch nicht sein, da die Inhalte sonst zu sehr auseinandergerissen werden.
Mit Hilfe von Aufzählungslisten oder kurzen Kapitelangaben führst Du deine Leser zu den Punkten, die sie wirklich interessieren. So können sie nach einem kurzen Überblick genau sehen, welche Abschnitte, die für sie wichtigen Informationen beinhalten.
Gliederung findet aber nicht nur optisch, sondern auch textlich statt. Mit Hilfe von Signalwörtern kannst Du deine Gedankengänge sortieren und darstellen. Mit Formulierungen wie „Sowohl… als auch…“, „Zum einen…, zum anderen“, führst Du den Leser entlang deines roten Fadens.

Böse Beispiele der Missachtung dieser Regeln finden sich leider zu oft im Internet. Also verweise ich einfach mal darauf…

 

Prägnanz

Ein prägnanter Text zeichnet sich durch konzentrierte Information aus. Optimal wäre ein Satz, in dem jedes Wort eine Bedeutung transportiert. Der Idealtypus solcher Texte findet sich in Gesetzen.. Sie sind aber auch ein abschreckendes Beispiel für unfreundliche Lesbarkeit.
Lange und phrasenreiche Einleitung schrecken die Leser ebenfalls ab und zeugen zwar von Fantasie, aber nicht von Sachverständnis. Gleiches gilt für umständliche Formulierungen, Übertreibungen und Wiederholungen. Mit letzterem sollte man auch in Punkto SEO vorsichtig sein, da Google sonst einen Spam-Verdacht erweckt.
Du solltest dich aber nicht zu sehr auf die Prägnanz versteifen, denn es gilt die Richtige Balance zwischen Prägnanz und Unterhaltung zu finden.

Als böses Beispiel zu diesem Punkt verweise ich mal auf mich selbst, „denn ich gebe zu, manchmal rede ich doch sehr gerne um den sprichwörtlich heißen Brei, erzähle hiervon und davon, bevor ich auf den eigentlich so wichtigen und sinnvollen Punkt komme.“.

 

Anreize

Deine Leser brauchen Ankerpunkte, die sie auf deiner Seite halten. Solche Leseanreize sind zum Beispiel Bilder, Grafiken und Videos. Wie im Playboy eben auch, stehen nicht nur die Texte im Vordergrund. Stell Dir eine Zeitung ohne Bilder vor. Das wäre nicht nur langweilig, sondern auch erdrückend.
Sprachliche und inhaltliche Anreize sind Humor, Ironie oder eine gewissen Form von Zwischenmenschlichkeit. Ich sprech Dich mit Du an, obwohl ich Dich nicht kenne, aber ich erhoffe mir davon, dass Du dich wohl fühlst und gerne wiederkommst.
Natürlich solltest Du dich in diesem Punkt auch auf deine Leser einlassen und ihnen die Anreize bieten, die sie wollen. Ein Programmierer will Code-Beispiele, ein Poet will schmuckvolle Beschreibungen und ein Manager will Fakten, Fakten, Fakten.
Aber auch Fragen und Lösungsvorschläge bieten dem Leser kognitive Anreize, die ihn sogar dazu bringen können, deine Text mit anderen zu teilen.

 

Ein kostenloses Tool zum Hamburger Verständlichkeitsmodell

Wenn Du wissen möchtest, ob deine Texte den Anforderung an das Hamburger Verständlichkeitsmodells gerecht werden, kannst Du mal folgendes Gratis-Tool ausprobieren: Wortliga.de

Nach der Eingabe (oder Copy&Paste) deines Texts, erhälst Du eine schnelle Übersicht über die textliche Qualität. Zudem werden hier der Flesch-Index und einige SEO-relevante Textkriterien gezeigt.

Zusammenfassung

Bei der Entwicklung des Hamburger Modells spielte das Internet noch keine große Rolle (1974). Damals wurde den Anreizen noch etwas weniger Beachtung geschenkt. Heute sind es aber vor allem die Anreize, die Leser auf Internetseiten halten. Eine übersichtliche Gliederung und einfache Sätze runden das ganze noch ab. Je professioneller Du schreiben möchtest, desto mehr musst Du dich mit dem Thema der Prägnanz auseinander setzen. Gerade im Journalismus ist dieser Punkt sehr wichtig.

Übung macht den Meister! Also schreib Dir die Finger wund. Selten entspricht die Rohfassung allen Kriterien auf einmal. Aber das ist kein Grund alles zu löschen oder das Keyboard zu verfluchen. Nimm Dir Zeit für deine Texte, eventuell auch eine kurze Pause, um den nötigen Abstand zu gewinnen.

Mit dem Hamburger Verständlichkeitsmodell hast Du eine gute Checkliste zur Hand, um gute und verständliche Texte zu schreiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.